Anmerkung zum Bericht „Spatenstich Edeka“ im SPD-Klartext 06/2026

Folgende Aussage machte mich stutzig: „Die Abfuhr von 300.000 Kubikmetern qualitativ guten Mutterbodens wurde zur Bodenverbesserung von nahegelegenen landwirtschaftlichen Nutzflächen verwendet“.

Konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung Malsfeld

Wenn man mal nachrechnet:
Laut Angabe im gleichen Text wird die Halle 250 m lang sein. Rechnen wir noch ca. 10 m Länge der Baugrube hinzu und nehmen an, dass die Grube auch ca. 150 m breit ist. Dann ergibt sich eine Fläche von 39 000 Quadratmetern.
Wenn 300 000 Kubikmeter Boden von 39 000 Quadratmetern Fläche entnommen werden, errechnet sich eine mittlere Entnahmetiefe von 7,7 Metern. Das entspricht auch ungefähr dem visuellen Eindruck.


Nun liegt „Mutterboden“ nicht bis zu eine Bodentief von 7,7 Metern vor. Der von biologischem Leben und höherem Humusanteil geprägte „Mutterboden“ steht auf landwirtschaftlich bearbeiteten Flächen in der Regel bis zu einer Mächtigkeit von ca. 30 cm an.
Berechnet man die Menge dieses „Mutterbodens“ auf der genannten Fläche, so ergibt das nur 11688 Kubikmeter.
Bei der übrigen Menge von 288 312 Kubikmeter handelt es sich um unbelebten Boden unterschiedlicher Güte, der zur Bodenverbesserung nur auf deutlich schlechteren Standorten beitragen kann. Und auch nur bei sachgerechter Einarbeitung. Diese ist laut Foto nicht überall gewährleistet.

Dr.Johannes Heyn Landwirtschaftsdirektor i.R.